Wie und warum wird der Schweregrad der Grippe durch Ihr Alter und Geschlecht beeinflusst?

Wie und warum wird der Schweregrad der Grippe durch Ihr Alter und Geschlecht beeinflusst?

Wussten Sie, dass die Grippe für Männer und Frauen unterschiedlich verläuft? Aber warum? Die Antwort liegt darin, dass das Immunsystem von Männern und Frauen unterschiedlich auf das Virus reagiert(1)(4).

Warum Frauen die Grippe besser bekämpfen können

Forscher haben untersucht, wie unser Immunsystem die Grippe bekämpft und haben dabei festgestellt, dass die Schwere des Grippeverlaufs nicht nur mit zunehmendem Alter, sondern auch bei Frauen während der Schwangerschaft, zunimmt. Da schwangere Frauen anfälliger für das Virus sind(1), wird vermutet, dass die Reproduktionshormone, die während der Schwangerschaft schwanken(2), dabei eine Rolle spielen können.

In verschiedenen Studien wurden Zellen getestet, die aus den Nasengängen männlicher und weiblicher Probanden entnommen wurden. Dies zeigte, dass das Hormon Östrogen, wie angenommen, die Eigenschaften des Grippevirus beeinflusst(3). Für das Virus war es schwieriger, die gespendeten weiblichen Zellen zu infizieren als die männlichen.

Verschiedene Studien und Tests mit Mäusen haben zudem bestätigt, dass das weibliche Immunsystem die Grippe besser bekämpfen kann als das männliche. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass weibliche Hormone dem Körper dabei helfen, Infektionen zu erkennen und zu beseitigen(3).

Frauen reagieren auch besser auf die Grippeimpfung 

Gibt es also eine vergleichbare Situation bei der Impfung? Reagieren Männer und Frauen unterschiedlich auf die Grippeimpfung?

Wissenschaftler sind sich einig, dass Frauen tendenziell eine bessere und ältere Menschen eine schwächere Immunreaktion auf Impfstoffe haben(5). Forscher, die diese geschlechts- und altersbedingten Unterschiede(5) untersucht haben, fanden heraus, dass das Immunsystem von Frauen im reproduktiven Alter viel besser auf den Grippeimpfstoff reagiert, als das Immunsystem von Männern und älteren Frauen.

Aufgrund der Forschungsergebnisse gehen Wissenschaftler davon aus, dass das Östrogen dabei hilft, die Grippeimpfstoffe besser aufzunehmen(5). Das männliche reproduktive Hormon Testosteron hingegen wirkt hinderlich. Mit anderen Worten, der Grippeimpfstoff bietet Frauen einen größeren Schutz vor der Grippe(3), jedoch verringert sich dieser Vorteil bei Beginn der Menopause, da der Östrogenspiegel dann sinkt. 

Obwohl die Grippeschutzimpfung nicht verhindern kann, dass sich bestimmte Gruppen trotzdem mit der Grippe infizieren, kann die Impfung jedoch die Schwere der Krankheit sowie Komplikationen verringern. Nichtsdestotrotz schützt die Impfung nur vor der Grippe, und nicht vor einer Erkältung oder dem Norovirus "Winterdurchfall", welche in der kälteren Jahreszeit auch häufig vorkommen.


Referenzen
(1) https://www.zeit.de/2017/52/gendermedizin-elisabeth-zemp-schweiz-unterschiede/komplettansicht
(2) https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/09/27/warum-sollen-sich-schwangere-erst-im-zweiten-trimenon-gegen-grippe-impfen
(3) https://www.spektrum.de/news/maennerschnupfen-ist-keine-einbildung/1525839
(4) https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Infektionen-Maennergrippe-ist-kein-Mythos,immunsystem106.html
(5) https://www.welt.de/gesundheit/article123275665/Warum-die-Grippe-Impfung-bei-Frauen-besser-wirkt.html

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